Technik mit Haltung.
Ein Gespräch mit Erwin Spichtig, Unternehmer und Teilhaber von Sandmaster.
Die Unternehmerstory – Ein Interview über Technik, Haltung und die Freude an Herausforderungen. Gerade und trotz schwieriger wirtschaftlicher Entwicklungen.
Erwin Spichtig, was war der Auslöser für deinen Einstieg bei der damaligen Wülsag Apparatebau AG?
Ich wollte schon immer ein kleineres KMU aufbauen und führen, in dem ich direkten Handlungsspielraum habe. Und ich wollte Lösungsanbieter in einem Nischenmarkt sein.
Nach Jahren in internationalen Konzernen war mir klar: Ich will kein Rädchen im Getriebe sein, sondern meinen eigenen Antrieb schaffen.
Ich habe nicht gezielt nach der Sandstrahltechnik gesucht. Das war Zufall. Aufgrund der Ausschreibung der damaligen Wülsag Apparatebau AG habe ich das Unternehmen übernommen und umfirmiert. Das fand im Jahr 2007 statt. In einer Zeit des Umbruchs.
Die Oberflächentechnik fasziniert mich, weil sie anspruchsvoll, präzise und lösungsorientiert ist. Hier zählt nicht nur der Preis, sondern die Qualität der Lösung. Das war für mich die ideale Basis, um ein Unternehmen aufzubauen, das international denkt und handelt sowie langfristig orientiert ist.
«Ich hatte den Wunsch, ein KMU zu übernehmen, in dem wir uns technisch verwirklichen können.»
«Für anspruchsvolle Problemstellungen gibt es in der Regel keine einfachen Lösungen. Umso stolzer bin ich auf meine langjährigen Mitarbeitenden. Sie verkörpern den Pioniergeist von Sandmaster.»
Warum Sandmaster – jenseits des Geschäftlichen?
Ich wollte ein Unternehmen schaffen, in dem Persönlichkeit und Technik Raum finden.
Bei Sandmaster können wir uns technisch verwirklichen, Neues ausprobieren und mutig sein. Wir sind Macherinnen und Macher.
Wir werden dann richtig warm, wenn die Kundschaft mit einer anspruchsvollen Problemstellung zu uns kommt, die andere nicht lösen können. Genau das treibt uns an.
Oft sage ich zu meinen Mitarbeitenden: «Was würdest du tun, wenn das dein Unternehmen wäre?»
Meistens wissen sie besser als ich, wie sich ein Problem lösen lässt. Und das ist gut so. Ich möchte nicht meine eigenen Lösungen durchsetzen, sondern die beste Lösung finden.
Was unterscheidet Sandmaster von anderen Anbietern in dieser Branche?
Viele verkaufen Maschinen. Wir verkaufen Lösungen.
Wenn jemand zu uns kommt, geht es nicht um ein Produkt, sondern um ein Oberflächenproblem, das gelöst werden muss. Wir hören zu, analysieren, testen und entwickeln gemeinsam mit der Kundschaft den passenden Prozess.
Unsere Anlagen sind nie «over- oder under-engineered». Sie sind exakt auf ihren Zweck abgestimmt. Unser Ziel ist dabei immer dasselbe: eine langfristige Partnerschaft mit unserer Kundschaft.
«Wir verkaufen keine Maschinen. Wir lösen Oberflächenprobleme. Und wir stellen Prozesse sicher.»
«Wir suchen Herausforderungen, weil sie uns wachsen lassen.»
Du hast Sandmaster international aufgestellt. Warum war dir das wichtig?
Ich habe schon früh in Amerika und Asien gearbeitet und da gelernt, wie wichtig Know-how im Engineering sowie Vertrauen und ein Netzwerk in anderen Kulturen sind. Mein Ziel war es, dass Sandmaster weltweit bestehen kann – mit Schweizer Qualität, aber internationaler Offenheit.
Wir haben Kundschaft in Asien, Europa und Amerika, mit denen wir seit Jahren zusammenarbeiten. Diese Langfristigkeit ist ein Kompliment. Sie zeigt, dass wir verstanden haben, worum es in der Technik wirklich geht: um Beziehungen und Vertrauen.
Was bedeutet Erfolg für dich persönlich?
Für mich ist Erfolg, wenn unsere Kundschaft sagt: «Jetzt läuft die Anlage und der Prozess so, wie wir uns das vorstellen.» Wenn der Operator in der Produktion dankbar ist, weil der Prozess stabil läuft.
Wir dürfen nicht vergessen, dass wir Anlagen haben, die seit über 20 Jahren in Betrieb sind und die wir weiterhin unterhalten. Wir stehen nach wie vor mit Anlagen in Kontakt, die somit 25 Jahre alt sind. Das heisst, dass diese heute noch relevant sind und es auch in Zukunft sein werden.
Das ist echter Erfolg. Ich glaube, das ist auch der Unterschied: Wir wollen, dass unsere Kundschaft Erfolg hat. Dann haben wir ihn auch.
Vielen Dank, Erwin, für diesen spannenden Einblick hinter die Kulissen von Sandmaster! Das Interview zeigt dich als Unternehmer mit Pioniergeist, als Techniker, der mitdenkt und als internationalen Unternehmer. Du findest lieber Lösungen, anstatt schnelle Geschäfte zu machen.
Deshalb würde die Leserschaft noch Folgendes interessieren: Was würde fehlen, wenn es Sandmaster eines Tages nicht mehr gäbe?
Kurzfristig wären Service, Unterhalt und Ersatzteile ein Problem. Das würde sich innerhalb weniger Stunden bemerkbar machen.
Mittelfristig hätte unsere Kundschaft keine Möglichkeit mehr, Nachbestellungen oder Anpassungen ihrer Anlagen vorzunehmen.
Langfristig würden vor allem zwei Dinge fehlen: die Weiterentwicklung und der Pioniergeist. Durch die Verbindung von Robotik, Prozesswissen und Oberflächentechnik sichern und verbessern wir heute die Produktionsabläufe unserer Kundschaft. Denn sie erwarten von uns nicht nur Qualität im Moment. Sie erwarten Konstanz, Fortschritt und Verlässlichkeit, die bleibt.
«Von uns wird nicht nur Qualität im Moment erwartet. Auch Konstanz, Fortschritt und Verlässlichkeit, die bleibt.»
Von der Prozessidee zur produktiven Lösung – auch für Ihr Projekt.
Beschreiben Sie uns Ihr Anliegen. Wir kümmern uns um alles Weitere.
Ob neue Prozessidee, konkrete Anlage oder ein Service- und Wartungsanliegen.